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Auf Marktplaats.nl haben wir einen DelPrado VT172 für 5 EUR bekommen (echt, für FÜNF Euro!). Das ist zwar ein schönes Modell, aber in den DelPrados befindet sich kein Motor. Also eine gute Gelegenheit, einen Motor von Kato einzubauen, und so ein ganz einmaliges Modell dieses Schienenbusses auf der Anlage zu haben.

Der VT 2.09 ist ursprünglich ein DDR Schienenbus, der um 1959 hergestellt wurde, und 1971 in Baureihe VT172 umbenannt wurde. Diese Schienbusse waren für kleine Nebenbahnen der DDR und später der DB bestimmt. 1992 wurden sie zum letzten Mal modernisiert und als Baureihe BR772 geführt. 2004 wurde der letzte Schienenbus dieser Baureihe außer Dienst gestellt, und dieser Schienenbus war danach nur noch bei Museumsbahnen einsetzbar. Als Kosenamen für diesen Schienenbus sind Pfeffi, Blutblase, Eiterbeule, Sandmännchenexpress, Eierfeile, Rüttelplatte und Ferkeltaxe bekannt, der am weitesten verbreitete Ausdruck ist aber Ferkeltaxi.

Zuerst mal ein Foto des Original DelPrado Modells (ohne Motor, nicht fahrbereit und ohne Beleuchtung):

Nach dem Eintreffen wurde der Schienenbus zuerst von den Schienen gelöst, und anschließend wurden die Unterseite und das Innere des Modells entfernt. Die Fenster bleiben aber drin. Die unbrauchbaren Reste wanderten in den Papierkorb.  

Nach dem Entfernen der nicht benötigten Teile haben wir bei Conrad.nl für nicht mal 23 EUR ein Fahrgestell Kato 11103 gekauft. Die Kato Fahrgestelle sind einfach ausgeführt, aber sie laufen prima und ruhig. Man könnte auch ein Fahrgestell von einem Fleischmann VT95 nehmen. Der Vorteil wäre dann, dass der Radstand länger ist und dem Original besser entspricht. Der Nachteil ist die Schwierigkeit, so ein Teil aufzutreiben. In vielen Fällen wird das dann auch teurer. Wir sind der Meinung, dass die Fahrgestelle von Kato besser laufen, aber wie bereits gesagt ... der Radstand ist offiziell zu gering. Damit liegt es beim Leser, welchen Kompromiss er bevorzugt. 

Wir haben die Kupplungen vom Fahrgestell entfernt. Zwei Schrauben herausdrehen, in bisschen rütteln, und schon sind die Kupplungen draußen:

Nach dem Entfernen der Kupplungen kann das Fahrgestell etwas schmaler geschliffen werden. Der Abtrag muss 0,5 mm betragen, das ist nicht sehr viel, also an beiden Seiten ein wenig mit Schleifpapier entfernen reicht voll aus:

Danach im Oberteil die beiden Schraubpfosten durch Aufbohren auf ca. 3 mm bringen. Das Fahrgestell lässt sich dann (mit ein bisschen Bohren) problemlos aufschrauben:

Das Fahrgestell sitzt nun perfekt (!) im Oberteil, alles ohne irgendwelche Probleme, und es wird prima durch zwei Schrauben gesichert: 

In der Original Bodenplatte befanden sich auch die NEP Kupplungen, und die müssen auch am neuen Fahrgestell angebracht werden. Mit einigen Abfallstücken Polystyrol werden zwei NEP Kupplungen hergestellt. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die auch noch perfekt bemalt, so dass sich wirklich ein Ganzes ergibt:

Die beiden neuen NET Kupplungen wurden mit Modellbaukleber am neuen Fahrgestell angebracht, wobei hier und da mit etwas zusätzlichem Plastik versteift wurde. Das Ganze ist eine Sache von weniger als 5 Minuten:

Das Fahrgestell ist jetzt eigentlich schon fertig. Weil aber die Stromabnahme bei dieser Art von leichten 2-achsigen Modellen nicht optimal ist, haben wir zusätzlich noch etwas Blei eingelegt, das mit Klebeband befestigt wurde. Dabei kam ein großes Stück in das Oberteil und zwei kleinere Stücke in das Kato Fahrgestell:

Damit ist das Fahrgestell komplett, und das Modell ist bereit für die Anlage. Weil wir digital fahren, haben wir noch einen Kühn N025 Decoder eingebaut, und zusätzlich noch 2 Leuchten für die Innenbeleuchtung. Vordere und hintere Beleuchtung haben wir nicht angebracht. Wir haben die folgenden CV Einstellungen genutzt:

oCV1: 72 (Adresse)

oCV2: 4 (Startspannung etwas erhöht, es ist und bleibt ein 2-Achser ...)

oCV49 + CV50: 16 (Dimmen = EIN)

oCV55: 4 (Gedimmtes Licht)

oCV56: 7 (Beleuchtung ist immer an, unabhängig von der Fahrtrichtung)

 

Auf dem Foto sieht man den Kondensator nicht (das ist das grüne Ding, das auf dem Original-Fahrgestell auf der 3. Platte sitzt). Wir hatten zuerst vergessen, den wieder anzubringen, schließlich haben wir ihn doch noch über den zwei Motorkontakten eingebaut. Die Fahreigenschaften sind dadurch noch besser geworden. Auf dem Foto ist "das Ding" nicht zu sehen, aber er muss eingebaut werden.

Noch etwas Farbe Revell schwarz Nr. 8 auftragen, und der Decoder im Inneren fällt nicht mehr auf. Wir haben auch die Seiten der Leuchten geschwärzt, so dass das Licht nicht zur Seite hin strahlt, sondern nur nach oben. Im Oberteil haben wir gegen das Durchscheinen auch mit etwas Klebeband etwas Alufolie eingeklebt:

Und fertig ist unser kleines Wunder! Die Gesamtkosten liegen bei nur 27,99 EUR, und dafür haben wir ein einmaliges und gut laufendes Modell bekommen! 

Weiter zum nächsten DelPrado Umbau!